Abenteuer auf der Pirateninsel

Lesealter 5-10 Jahre

Das erste Buch über Vampir Valentin, Hexe Emma und den Geheimbund

Bürgermeister Blumenkohl, Kaufhausbesitzerin Frau Schnütgen und Polizeiinspektor Grünschnabel haben die Nase gestrichen voll. Ein vorwitziger Blutsauger treibt sich nachts in ihrer Stadt herum und erschreckt die Leute.

Sie stellen ihm eine Falle, an der er sich die Zähne ausbeißt, erkennen aber sofort: Der vermeintlich gefährliche Vampir ist nur ein elfjähriger Junge, der vor über 200 Jahren von der Vampirmücke gestochen wurde, – die heute glücklicherweise ausgestorben ist.

Zahnarzt Pimpf wird aus dem Bett geklingelt, um Valentins abgebrochene Zähne zu reparieren. Aber was nun? Ein Vampir in der Stadt! – Kann das gut gehen?

 

Text und Zeichnungen von Antje Hansen

 

Ein spannendes Abenteuerbuch, in dem Teamgeist, Freundschaft und Respekt eine große Rolle spielen.

  • Taschenbuch mit größerer Schrift zum Selberlesen,  99 Seiten, 15 cm x 21 cm, schwarz/weiß illustriert, März 2016, ISBN: 978-3-946506-02-7, € 8,95
  • Hörbuch, Audio Doppel-CD, Laufzeit: ca. 105 Minuten, gesprochen von Claudia Scarpatetti, 2010, ISBN: 978-3-00-033693-5, € 12,95
  • Als illustriertes Ebook € 4,99

 

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Hörprobe:


Abenteuer auf der Pirateninsel - Leseprobe

Kapitel Sechs - Wettrennen zur Pirateninsel

...

Für den Ausflug hat der Inspektor ein echtes Polizeiboot mit Blaulicht, Sirene und Lautsprecher organisiert. „Dort hinten liegt die Albatros vor Anker“, sagt Inspektor Grünschnabel, als die Geheimbund-Mitglieder schnaufend den Hafen erreichen. „Wir sind gleich da. Seid bitte vorsichtig auf dem Steg, der ist wackelig.“

 

Wenig später ist das Gepäck verstaut und die Spannung steigt.

„Seid ihr bereit? Muss noch jemand aufs Klo, bevor es losgeht?“, fragt Emma, dabei blättert sie nervös in Flörus‘ Zauberbuch. – Hoffentlich geht alles gut mit dem Zauberspruch. Die kleine Hexe plagt Lampenfieber. Fünf aufgeregte Augenpaare blicken sie erwartungsvoll an. „Nein? Gut!“ Emma senkt den Kopf und schließt die Augen. Sie konzentriert sich, holt tief Luft. Während sie einen langen Zauberspruch murmelt, dreht sie sich dreimal um die eigene Achse, hüpft in die Luft und pustet kleine silberne Sternchen – wie Seifenblasen – in Richtung Westen. Dort liegt der Atlantische Ozean. Das Polizeiboot löst sich langsam vom Hafensteg, folgt gemächlich den Silbersternchen und steigt hundert Meter senkrecht in die Luft. „Achtung! Haltet euch gut fest!“, ruft Emma. – Schon knallt und blitzt es. Das Boot bäumt sich auf und rast mit magischer Geschwindigkeit durch die Nacht. Einige Wimpernschläge später landet es mit einem lauten Platscher wieder im Wasser. Emma klappt erleichtert das Buch zu.

Frau Schnütgen ist etwas grün um die Nase. „Na, das war ein Ritt durch die Lüfte, alter Schwede, den werde ich so schnell nicht vergessen …“

„Das war klasse!“, ruft Valentin begeistert. „Superklasse! Das nenne ich einen Spitzenzauber!“

Ein eiskalter Fall - Gespenster

Sacht schaukelt das Boot auf den Wellen. Ein leichter warmer Wind bläst. Die Nacht ist sternenklar. Am Himmel steht der Mond und spiegelt sich im Ozean. Ringsherum ist kein Land in Sicht; Wasser bis zum Horizont. Valentin sieht sich um. So schön hat es sich das Meer nicht vorgestellt. Auch Bürgermeister Blumenkohl, Polizeiinspektor Grünschnabel, Frau Schnütgen und Zahnarzt Pimpf stehen lange schweigend an der Reling und schauen gedankenversunken auf das Wasser.

„Huch!“, unterbricht Zahnarzt Pimpf die Stille. Das Polizeiboot schwankt. Donner grollt über den Ozean. „Was ist das?“

„Keine Ahnung! Vielleicht ein Gewitter!“, ruft Emma. Sie umklammert das Geländer, als das Boot wie eine Nussschale auf tosenden Wellen hin und her schwankt. Eine Wasserfontäne klatscht auf das Deck.

„Hat man hier denn nie seine Ruhe? Ich bin müde und will schlafen!“, dröhnt eine Stimme. Vor dem Boot taucht der Kopf eines Mannes auf. Zottelige grüne Haare umrahmen sein zorniges Gesicht. Er pikst mit einem dreigezackten Spieß in die Bootsflanke.

„Hilfe! Ein Meeresungeheuer!“, kreischt Frau Schnütgen.

„Monsterangriff! Schnell weg von hier!“, ruft Zahnarzt Pimpf.

„Ha, ha, ha, – ihr seid vielleicht lustige Vögel!“ Schallendes Gelächter lässt die Trommelfelle der Geheimbund-Mitglieder vibrieren. „Meeresungeheuer? – Monsterangriff? – Da lachen sich ja die Hechte im Tümpel kaputt. Sagt bloß, ihr habt noch nie einen Wassermann gesehen? Ich bin Florian, der Hüter des Atlantiks!”

Bürgermeister Blumenkohl fängt sich als erster. „Guten Abend, ähh … Florian, entschuldige, wenn wir dich geweckt haben, aber wir kommen von weit her und sind gerade mit Hilfe eines Zauberspruchs angereist, … hatte ja keine Ahnung, … dass es hier, … dass es überhaupt … Wassermänner gibt!“, stammelt er.

Ein eiskalter Fall - Wackelpudding-Bad

„Wieso sollte es keine Wassermänner geben?“ Mit einem eleganten Sprung landet Florian neben Bürgermeister Blumenkohl, wobei er das halbe Bootsdeck unter Wasser setzt. „Aber sag mal: Zauberspruch? Bist du ein Zauberer?“, fragt er neugierig.

„Wer? Ich? Nein, nein! Nein! Ich bin Bürgerkohl … ähh, nein, Kohlmeister … Meisterkohl … Blumen … Kohl! Ich meine: Ich bin Bürgermeister Blumenkohl! Herrje, ich bin ja völlig durch den Kohl … ähh … Wind! – Emma kann dings … ähh … zaubern.“ Er deutet auf die kleine Hexe. „Und neben ihr steht Valentin, ein Vampir. – Aber keine Sorge, er hat seine Essgewohnheiten geändert, seitdem ernährt sich von …“

„Kohl?“, fragt der Wassermann amüsiert.

Emma und Valentin kichern. Bürgermeister Blumenkohl ist die missglückte Ansprache ein bisschen peinlich, aber kurzerhand stellt er die übrigen Geheimbund-Mitglieder vor.

„Angenehm. Sehr erfreut, eure Bekanntschaft zu machen. Ihr seid wirklich eine witzige Truppe.“ Wassermann Florian schüttelt laut wiehernd seine grüne Wallemähne. „Bürgerkohl – der war gut!“ Schwungvoll streift er eine Ladung Wasser von seinem schillernden Fischschwanz. „Aber was, um Himmels Willen, sucht ihr mitten in der Nacht auf meinem Ozean? Hier gibt es weit und breit nichts als langweiliges Wasser!“

„Delfine“, antwortet Valentin schüchtern. „Wir suchen Delfine. Kennst du zufällig einen oder weißt, wo sie wohnen?“

„Was für eine Frage! Natürlich gibt es im Atlantik Delfine. Und ich wäre ein schlechter Wassermann, wenn ich nicht alle Geschöpfe meines Ozeans kennen würde. – Falls sie Lust haben und man nett fragt, erlauben sie einem sogar einen kleinen Ritt. Ich zum Beispiel nehme am liebsten Theo-Riesenkrake. Der ist richtig schnell unterwegs und ein unglaublich komischer Kerl obendrein. Letztens musste ich so über einen seiner Scherze lachen, dass ich drei Tage lang Schluckauf hatte“, erzählt Florian glucksend. Endlich ist was los im Atlantik, keine Rede mehr von nächtlicher Ruhestörung. „Apropos reiten. Wie wäre es mit einem kleinen Wettrennen?“ Schon formt Florian seine Hände zu einem Trichter und bläst hinein; ohrenbetäubendes Brummen ertönt. „Dauert nur einen Moment!“

 

Wie ein scharfes Messer durchschneidet die graue dreieckige Flosse eines Delfins das Wasser. „Guten Abend, Florian, du hast mich gerufen, was gibt’s?“, fragt er freundlich.

„Das ist Willi“, sagt Wassermann Florian, „der schnellste Meeresbote von Grönland bis Kap Horn. In allen Weltmeeren zu Hause und von Null auf Hundert in zwei Komma fünf Sekunden. Das ist Weltrekord.“ Der Wassermann zwinkert Valentin zu. „Deshalb ist er für Wettrennen gesperrt. – Du, Willi, flitz schnell los, wir brauchen ...“ Florian kratzt sich nachdenklich am Kopf. „Also, ihr seid sechs und ich bin einer. Das macht … das macht … hmm … Rechnen ist nicht gerade meine große Stärke. Was macht das nur … hmm … sechs und eins? … Zwanzig!“

„Sieben!“, hilft ihm Frau Schnütgen.

„Sieben? Tatsächlich? So viel? – Das ist doch fast zwanzig! Also, Willi, du hast es gehört: Wir brauchen sieben Reittiere. Schau mal, wer schon wach ist und Lust auf Frühsport hat. Ha, ha, das wird ein Spaß! Ich nehme natürlich Theo, mit ihm hab ich den Sieg schon so gut wie in der Tasche!“ Florian reibt sich vor Freude die Hände.

„Sag, Willi, willst du auch ...? Ich könnte doch ...“, stottert Valentin aufgeregt, dann fasst er sich ein Herz. „Ach bitte, lieber Wassermann Florian, lass mich ausnahmsweise auf Willi reiten, ja ...