Abenteuer auf Burg Donnersbach

Lesealter 5-10 Jahre

Das zweite Buch über Vampir Valentin, Hexe Emma und den Geheimbund

Einzug auf Burg Donnersbach, – doch plötzlich fegt ein stürmisches Gewitter durch das Kellergewölbe.

Ungemütliche Zeiten brechen an, denn die Burg beherbergt zwei schlecht gelaunte Gespenster, die dem kleinen Vampir Valentin und seinen Freunden eiskalte Schneebälle um die Ohren schleudern, Eisberge auf den Suppentellern treiben lassen und das alte Gemäuer ab und zu unter Wasser setzen.

Die beiden garstigen Gespenster katapultieren die frisch gebackenen Burgbewohner kopfüber in ein neues, ziemlich ungemütliches Abenteuer …

 

Text und Zeichnungen von Antje Hansen

 

Ein spannendes Abenteuerbuch, in dem Teamgeist, Freundschaft und Respekt eine große Rolle spielen.

 

  • Taschenbuch mit größerer Schrift zum Selberlesen, 83 Seiten, 15 cm x 21 cm, schwarz/weiß illustriert, April 2016, ISBN: 978-3-946506-03-4, € 8,95

 

  • Hörbuch, Audio CD, Laufzeit: ca. 75 Minuten, gesprochen von Claudia Scarpatetti, 2011, ISBN: 978-3-00-035101-3, € 9,95

 

  • Als illustriertes Ebook, € 4,99

 

Buch bestellen 

Amazon

Lesermeinung

kostenlose Malvorlagen

 

Hörprobe:


Abenteuer auf Burg Donnersbach - Leseprobe

Kapitel Zwei - Der Schlüssel auf dem Eis

...

Der kleine Vampir Valentin kann sich nicht satt sehen an seiner Burg Donnersbach. Sie ist wie neu, aber trotzdem alt.

„Alles sieht so aus wie vor 264 … nein, ich hatte ja letzte Woche Geburtstag. Wie vor 265 Jahren! Bevor mich diese doofe Vampirmücke gestochen hat. Sogar das olle Burgsofa sieht aus wie neu!“ Valentin springt mit einem Satz drauf und testet hüpfend die Trampolin-Qualitäten des Sofas. Es hopst sich wunderbar. Nach einer Weile hält er inne, betrachtet die kleine Hexe und überlegt: „Emma, wer kann diese ganzen Sachen gemacht haben? Sessel bekleckern … Fenster einschmeißen … die Halle unter Wasser setzten und so …? Du bist schließlich eine Hexe! Du hättest es bemerkt, wenn sich jemand in der Burg versteckt, um fiese Streiche zu spielen. Wer … oder was kann es sein?“

„Wenn ich das wüsste, Valentin, dann wäre ich ein ganzes Stück schlauer. Aber ich habe keine blasse Ahnung“, sagt Emma, während sie sich nachdenklich eine rote Haarsträhne um den Finger wickelt.

„Komm, ich bin schon ganz gespannt auf mein neues Kellerverlies und auf deine Hexenküche. Vielleicht finden wir dort irgendeine Spur. Bis zum Abendessen haben wir noch etwas Zeit. Fangen wir bei dem Kamin an. Dort, wo du die unheimliche Stimme gehört hast.“ Der Vampir ist Feuer und Flamme für ein kleines Abenteuer.

Auf leisen Sohlen schleichen die beiden die dunkle Holztreppe hinunter zu den Gewölbekellern. Sie kommen an der Ahnengalerie derer von Donnersbach vorbei, ernst blickenden Rittern und holden Burgfräulein, vorbei an polierten Ritterrüstungen und gefährlich spitz aussehenden Hellebarden, Lanzen und Schwertern. Der Mittelgang der Kellergewölbe wird von grünlich flackernden Fackeln erhellt, deren Schein Schatten in Form von Waldtieren an die Wände malen. Rehe, Kaninchen, Wildschweine, ein Fuchs und sogar ein Bär laufen über die Wände.

„Ganz schön schaurig, Emma! Brrr, der Bär sieht echt gefährlich aus“, stellt Valentin unbehaglich fest.

„Findest du? Wäre dir ein Specht lieber?“ Einen Hexenspruch murmelnd, weist Emma mit ihrem Zauberstab auf den Schattenbären, der sich augenblicklich in einen Specht verwandelt. Ohrenbetäubendes Hämmern hallt durch den Gang.

„Nee, nee du, der Bär ist schon in Ordnung, solange er nicht beißt. Schalt den Krach mal wieder aus“, erwidert Valentin lachend, dabei blitzen seine Vampir-Goldzähne im grünen Schein der Fackeln.

„Okay, wie Sie wünschen, Herr Vampir!“ Emma richtet den Zauberstab erneut auf die Wand. Das Gehämmere verstummt und der Bär erscheint wieder, – diesmal deutlich kleiner und kein bisschen unheimlich. „Besser?“, fragt die Hexe und grinst.

„Viel besser“, sagt der Vampir erleichtert.

Abenteuer auf Burg Donnersbach - Emma und Valentin

Am Ende des Ganges liegen die Eingänge zu Emmas Hexenküche und Valentins Kellerverlies. Die Türen sind geschlossen. Es ist ganz still hier unten. Mucksmäuschenstill. So still, dass sich sogar ein kleiner Vampir und eine kleine Hexe gruseln.

Gänsehaut breitet sich auf Valentins Armen aus, seine Nackenhaare sträuben sich. Er dreht sich um und – erstarrt. Aus dem Augenwinkel nimmt er weiße Nebelschleier wahr, die aus dem Schlüsselloch zu seinem Kellerverlies zu kommen scheinen. Er schaut genauer hin, – weg. Jetzt ist dort nichts mehr zu sehen.

„Da war was, Emma!“, flüstert er ängstlich. „Es ist im Kellerverlies verschwunden. Eine kleine weiße … Wolke.“

Emma kichert und antwortet albern: „Na klar, das machen Wolken ja ständig. Sich in Verliesen rumtreiben ist eins ihrer Hobbys.“

„Nein im Ernst, Emma! Ich hab es genau gesehen! Etwas Weißes … nebelig oder, … oder wolkig … hat sich durch das Schlüsselloch gezwängt!“

„Hmm!“ Energisch schiebt Emma den Vampir zur Seite und betrachtet die Tür. „Von außen sieht man nichts“, stellt sie fest, dann drückt sie kurz entschlossen die Klinke herunter.

Hinter dem Eingang ins Verlies herrscht tiefe Dunkelheit. Bis Emma unzählige Sterne an die Decke hext, sieht man die Hand vor Augen nicht. – Vorsicht, Emma und Valentin! Wer weiß, was euch hier erwartet!

„Nix! Hier ist überhaupt nichts! Und schon gar keine Wolke!“, ruft Emma erleichtert und winkt Valentin herein.

Das Kellerverlies ist rund wie der Turm vom Bürgermeister, unter dem er liegt. Die Wände bestehen aus unbehauenen Steinen. In luftiger Höhe wölbt sich eine Holzdecke. Darunter erscheint ein Himmel mit Emmas leuchtenden Sternen, die ein schummeriges Licht verbreiten. Anstelle eines Fußbodens liegt am Grund des Verlieses ein stiller Teich, über den sich ein Labyrinth aus hölzernen Stegen und kleinen Terrassen schlängelt. Auf einer dieser Terrassen, unter einem knorrigen Birnbaum, steht ein Marmorsarg. – Valentins alte Schlafbank.

Der kleine Vampir streichelt mit einer Hand über den kühlen Marmor, mit der anderen pflückt er eine Birne. „Wie lecker! Die habe ich kürzlich zum ersten Mal bei Frau Schnütgen gekostet. Woher wusstest du das? Zauberei?“ Valentin beißt genüsslich hinein.

„Nee, nee du, keine Zauberei, sondern mein Lieblingsobst.“ Emma grinst und schwingt sich in den Baum.

Während die beiden, in ihr Gespräch vertieft, Birnen futtern, bemerken sie nicht, dass über ihren Köpfen Merkwürdiges vorgeht. Unter der Holzdecke bilden sich zwei weiße Wölkchen. Eine Größere und eine Kleinere. Draußen, unter freiem Himmel wäre das nichts Ungewöhnliches. Doch hier? Im Keller von Burg Donnersbach? Da die Hexe Emma nichts gezaubert hat, sind diese Vorgänge mehr als seltsam.

Als ein erster nasser Tropfen auf Emmas Nase zerplatz, sagt sie: „Huch, es regnet“, springt vom Baum auf den Steg und schaut zur Decke. „Es regnet?“ Sie erblickt die beiden Wolken, deren Farbe in ein bedrohliches Dunkelgrau gewechselt hat und ruft aufgeregt: „Valentin, schau! Hast du so etwas schon mal gesehen?“

Ein sturmgepeitschter Platzregen sowie ein tosendes Gewitter prasselt auf die zwei herunter. Klatschnass suchen sie Schutz unter Valentins Schlafbank.

„Was ist das, Emma? Hier geht es nicht mit … mit rechten Dingen zu!“, ruft Valentin zähneklappernd.

Eine tiefe Stimme dröhnt unheilvoll durch das Gewölbe: „Wo ist er? Rück ihn sofort raus, sonst wird es dir und deinen Freunden schlecht ergehen!“

Eine quietschende Stimme fügt hinzu: „Sehr richtig! Los, sag uns, wo er ist! Und zwar sofort!“ Eine Sturmbö wirbelt die tonnenschwere steinerne Schlafbank in die Luft und wirft sie in den Teich.

 

Als der Sturm vorüber ist, öffnen Emma und Valentin wieder die Augen, die sie sich vor Angst zugehalten haben. Zwei seltsame Gestalten schweben vor ihnen herum; eine Große und eine Kleine. Zwei grimmig dreinschauende, wolkenartige, dunkelgraue Figuren, die aussehen, als würden sie jeden Moment vor Wut platzen.

„Wir kennen dich! Du bist dieser, … dieser Valentin!“, faucht die größere Wolke und spuckt dem kleinen Vampir einen eiskalten Hagelsturm ins Gesicht. „Los! Verrate es endlich: Wo ist er? Wir wissen, dass du ihn versteckt hast!“

Hexe und Vampir schlottern vor Kälte.

Valentin fragt zitternd: „Also, wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, wer ihr seid und worum es überhaupt geht. Ich habe euch noch nie gesehen! Was wollt ihr von mir?“ Etwas forscher sagt er: „Ihr sucht etwas, soviel habe ich mittlerweile verstanden. – Aber ich weiß wirklich nicht was!“

„Falsche Antwort! Ganz falsche Antwort!“, quietscht die kleinere Gestalt empört und schleudert Blitze auf Valentin und Emma. „Du willst also von nix wissen, aha, so, so! Das … das kannst du deiner Uroma erzählen! Du bist doch dieser Valentin von Donnersbach, dieser kleine … fiese … freche Kerl, der vor 265 Jahren unseren Schlüssel versteckt hat! Nach jahrhundertelanger Suche hatten wir ihn endlich gefunden, dann kamst du, – zack und weg war er!“

Abenteuer auf Burg Donnersbach - Gespenster

 „Und jetzt spielt er den Ahnungslosen“, knurrt die größere Gestalt.

„Schlüssel? Einen Schlüssel wollen die von mir? Den soll ich versteckt haben?“, murmelt Valentin nachdenklich. „Es tut mir echt leid, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern! – Das ist doch schon eine halbe Ewigkeit her! 265 Jahre!“

Emma mustert die Gespenster ratlos. „Was wollt ihr überhaupt mit diesem Schlüssel? Warum ist der so wichtig für euch? Und wer seid ihr eigentlich? Und wo kommt ihr her? Ich habe euch noch nie hier gesehen! Bevor Valentin mich entdeckt hat, habe ich die ganze Burgruine durchsucht! Das Einzige, was ich dabei gefunden habe, war das Zauberbuch vom alten Burgzauberer Flörus. Euch hätte ich mit Sicherheit bemerkt! – Aber, Moment mal!“ Emma funkelt die beiden Gestalten wütend an. „Wart ihr das? … Habt ihr … habt ihr etwa …