Abenteuer im Drachenwald

Lesealter 5-10 Jahre

Das dritte Buch über Vampir Valentin, Hexe Emma und den Geheimbund

„Dracheneier?“, ruft Frau Schnütgen entsetzt. „Um Gottes willen! Nein! Nicht auch noch Dracheneier! Wenn die schlüpfen! Was da alles passieren kann! Womöglich fackeln die Drachen unsere ganze schöne Burg Donnersbach ab!“

Der Fund von zwei goldenen Eiern beschert den frisch gebackenen Burgbewohnern und den beiden ständig schlecht gelaunten Gespenstern ein sowohl heißes als auch stinkiges Abenteuer.

Werden sie Zauberer Flörus aus dem Feuerring retten können? Wo finden sie die Eltern der nervigen Drachenbabys? Und warum klebt grüner Wackelpudding am Zauberstab …?

 

Text und Zeichnungen von Antje Hansen

 

Ein spannendes Abenteuerbuch.

Themen: Teamgeist und Freundschaft.

  • Taschenbuch mit größerer Schrift zum Selberlesen,  80 Seiten, 15 cm x 21 cm, schwarz/weiß illustriert, Mai 2016, ISBN: 978-3-946506-04-1, € 8,95
  • Hörbuch, Audio CD, Laufzeit: ca. 72 Minuten, gesprochen von Claudia Scarpatetti, 2012, ISBN: 978-3-00-037214-8, € 9,95
  • Auch als illustriertes Ebook, ISBN: 978-3-7396-1854-8, € 4,99

 

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Hörprobe:


Abenteuer im Drachenwald - Leseprobe

Kapitel Zwei - Quengeldrachen

...

Mit einem Ohren betäubenden Knall explodiert eins der beiden Dracheneier. Goldene Schalensplitter fliegen durch die Luft und gehen lautlos als Goldstaub nieder. Ein hellgelbes Drachenbaby sitzt in dem Drachenfeuer, kratzt seinen rosafarbenen Bauch und wackelt mit blauen Flügelchen. Dann schlägt es die Augen auf, erblickt als erstes Groß und fiept: „Mami? Mami! Mir ist heiß!“

„Verflixt, – hab ich Mami gehört? Ich bin nicht deine Mami“, schnurrend kühlt Groß das Drachenkind mit einem eiskalten Hagelschauer ab.

„Mami, jetzt ist mir kalt und ich bin patschnass!“, quengelt der kleine Drache, während er aus dem Feuer krabbelt, um an Groß Gespensterkleid zu zupfen.

„Zum letzten Mal: Ich bin nicht deine Mami! Ich bin ein Gespenst. Ein Geist.“ Groß bespuckt das Drachenkind mit etlichen Gewitterblitzen. „So, nun ist dir hoffentlich wieder warm und du hältst die Klappe.“

„Mami, ich hab aber Hunger! Und Durst! Mami“, quengelt der nervige Winzling weiter, „ich muss Pipi!

Abenteuer im Drachenwald, der kleineVampir Valentin 3, Antje Hansen Psst Hörmal Verlag

Hilfe suchend wendet sich Groß an Klein und Valentin, doch die halten sich vor Lachen die Bäuche.

„Na, dann gib ihm doch endlich etwas zu essen und zu trinken, du … du … Super-Gespenster-Mami!“, japst Klein, während er Groß in einem erneuten Lachanfall auf die Schulter schlägt. Mit seiner freundlichsten Geisterstimme fragt er: „Was möchtest du denn essen, mein Kleines?“

„Weiß nicht. – Drachenfutter? Ich hab Hunger!“, quietscht der Winzling.

Die Gespenster und Vampir beratschlagen sich. Was frisst so ein Minidrache? Und viel wichtiger: Womit hält man ihn bei Laune?

 

Endlich treffen Emma und die erwachsenen Geheimbund-Mitglieder ein.

Frau Schnütgen ergreift erleichtert das Kommando. „Wie niedlich! Ein harmloses Baby!“, ruft sie. „Na, davor hätte ich mich wirklich nicht fürchten müssen. – Wir probieren es mit Milch. Das schmeckt allen Babys. Minidrachen sind da sicherlich keine Ausnahme. Valentin, flieg bitte schnell in die Burgküche. Im Kühlschrank stehen zwei Flaschen.“

Valentin spricht den Fledermaus-Verwandlungszauber und kommt kurze Zeit später mit der Milch zurückgeflattert. Frau Schnütgen hält eine Flaschen in die Flammen des Feuers und reicht sie dem Drachenkind. Gierig trinkt es alles aus und rülpst danach sowohl einen Schwall angebrannter Milch als auch eine Stichflamme aus. Leider ist Polizeiinspektor Grünschnabels Augenbraue im Weg und wird angesengt.

„Alle Achtung!“, applaudiert Groß. „Feuer spucken kann er schon wie ein Großer!“

Ein weiterer explosiver Knall erschüttert die Höhle und auch der zweite quengelnde Drache sitzt im Feuer.

 

Kapitel Drei – Es wird heiß und stinkig

Aufgewärmt, dann wieder abgekühlt, satt und zufrieden wackeln die beiden Drachenkinder auf ihren kurzen gelben Beinchen zum Höhleneingang.

Der erste Winzling wirft einen langen Blick auf Groß und fiept Kopf schüttelnd: „Nee, nee! Du bist zwar ganz süß, aber nicht unsere Mami. Unsere Mami ist viel größer! Und viel gelber! Und …“

„Und dein Bauch ist kein bisschen rosa. Und Flügel hast du auch nicht. – Ich glaube, du bist noch nicht mal ein Drache“, mault das zweite Drachenkind.

„Wir suchen jetzt unsere Mami und unseren Papi! Tschüssi!“, piepsen die beiden im Chor und stapfen hinaus in die mondhelle Nacht.

„He! Moment mal! Nicht so schnell, wartet auf uns!“, ruft der kleine Vampir verblüfft.

Überstürzt hecheln Valentin, Emma, Frau Schnütgen, Bürgermeister Blumenkohl, Zahnarzt Pimpf und der Inspektor hinter den Minidrachen her.

„Passt auf euch auf! Und nochmal: Danke für die Hilfe!“, quietscht Klein. Er zückt ein Taschentuch, winkt zum Abschied und verdrückt eine Gespensterträne.

Groß donnert ihnen ein anständiges Gewitter hinterher. „Alles Gute! Hoffentlich findet ihr Flörus!“

Nächtliche Stille senkt sich über den Wald, als die Schritte der Geheimbund-Mitglieder und der beiden kleinen Drachen in der Ferne verklingen. Die Gespenster sind glücklich. Endlich scheint der Moment auf den sie seit Jahrhunderten sehnsüchtig warten zum Greifen nah: Flörus Rettung steht kurz bevor. Außerdem …

 

„Freie Bahn mit Marzipan! Juhu!“ Groß wiehert vor Begeisterung, während er Luftsaltos schlägt.

„Gespensterspaß, wir kommen! Zück schon mal den Schlüssel, Groß!“, kreischt Klein.

„Hä? Ich? Wieso ich? Den hast du doch“, entgegnet Groß.

„Upps! Stimmt! Hab ich in der Aufregung glatt vergessen. Ich … ähh, den hab ich … hatte ich … sag mal, hast du eventuell … eine Ahnung, wo ich den hingelegt haben könnte?“, erkundigt sich Klein zaghaft.

„Hast du deinen Kopf eigentlich nur, damit das Stroh nicht nass wird?“, entgegnet Groß säuerlich.

„Boah, bist du gemein! – Warte, warte, lass mich kurz nachdenken … ich hab`s gleich … richtig, der liegt auf dem Kaminsims in der Burghalle. Ha, ha, was sagst du jetzt?“

„Ich sag: endlich! Los, worauf wartest du denn noch?“, fragt Groß schnippisch.

Erleichtert schweben die beiden zur Burg zurück. Klein schnappt sich den Schlüsselring vom Sims und die Gespenster poltern kreischend durch das Burgtreppenhaus empor zum Dachboden über Bürgermeister Blumenkohls Schlafturm.

 

„Hier ist es! Ich freue mich so! Ich freue mich so sehr, Groß!“, ruft Klein. Vorsichtig betastet er die mit Spinnweben übersäte Wand.

„Nicht dort, du Trottel, weiter unten! Da! Genau!“, kommandiert Groß.

„Dann mach mal die Wundertür auf, du süßestes Schlüsselchen von der ganzen Welt!“ Klein küsst den Schlüsselbund und schlenkert ihn sacht. Auf dem unverputzten Gemäuer zeichnen sich die schemenhaften Umrisse einer Tür ab.

„Sehr witzig! Wo ist bitte schön die Klinke? Und wo das Schloss? – So ein Reinfall!“ Stinksauer setzt Groß den Dachboden mit einem sintflutartigen Regenguss unter Wasser, – vor dem der rote Burgkater Barbarossa, der auf dem Speicher von einem leckeren Mäuseschmaus träumte, fauchend Reißaus nimmt.

„Wart`s doch ab!“, erwidert Klein, während er abermals mit dem Schlüsselbund rappelt. Die von Groß vermisste Türklinke samt Schlüsselloch erscheinen. „Na, also! Geht doch! Es ist alles da. Reg dich nicht immer so künstlich auf, Groß.“ Klein holt tief Luft und schließt die Tür auf. „Juhu!“ Er stürzt sich kopfüber in den weltbesten Gespensterspaß. Keine Sekunde später sitzt Groß vor Vergnügen glucksend neben ihm. – Und wenn du nun hinter der Tür eine Schatzkiste mit Gold und Juwelen erwartet hast oder ein gefährliches, dunkles, abenteuerliches Geheimnis, dann wirst du vielleicht ein bisschen enttäuscht sein. Aber du musst wissen, dass es für die beiden Gespenster nichts Schöneres, nichts Besseres, nichts Großartigeres gibt, als in einer Badewanne zu sitzen, die bis zum Rand mit grünem Wackelpudding und Vanillesauce gefüllt ist. – Gespensterregel Nummer 11: Die zwei dürfen ausschließlich grünen Wackelpudding mit Vanillesauce essen. Davon werden diese fiesen, schlecht gelaunten Gespenster lammfromm und brav. Und in genauso einer Badewanne sitzen die Burggeister nun und klatschen sich fröhlich grünen Glibber um die Ohren ...

 

Abenteuer im Drachenwald, der kleine Vampir Valentin 3, Antje Hansen Psst Hörmal Verlag